Inspirationen

Hallo Reisende,

heute möchte ich eine Geschichte mit Euch teilen, die mich im Alter von 16 Jahren sehr inspiriert hat.

Ein Verwandter von mir arbeitete früher bei der Deutschen Bahn, und kurz nach seiner Beförderung in eine bedeutende Position hatte er eine wichtige Entscheidung zu treffen: es ging um die Investition eines zweistelligen Millionenbetrages in neue ICE-Sicherheitssysteme. Jemand versuchte, ihn dazu zu überreden, das Geld doch lieber zu sparen, woraufhin mein Verwandter nur entgegnete: „…und wenn aufrund dieser Einsparung ein Zug verunglückt und hunderte von Menschen sterben, stellen Sie sich hin und sagen, Sie sind Schuld? Nein, das machen Sie nicht!“

Somit wurde die Investition getätigt. Mich hat dieses Beispiel für Integrität und Konsequenz zutiefst inspiriert, umso mehr natürlich, weil sie von einer mir nahe stehenden Person ausging.

Der Grund, warum ich das hier schreibe, ist der, dass Geschichten, wie der Kulturpsychologe Jerome Bruner richtig feststellte, unseren Alltag strukturieren und sich unsere Kultur über sie fortwährend erhält und weiterentwickelt. Im Unternehmen wirken sie auch in Form von etwas, was in der Organizational-Behaviour-Forschung „Storytelling“ genannt wird. Für die Kultur eines Unternehmens sind die Geschichten, die dort erzählt werden, ungemein wichtig.

Aber auch im persönlichen Bereich sind die Geschichten, die wir erleben oder von denen wir hören, ob bewusst oder unbewusst, sehr prägend für uns. Meiner Ansicht nach ist der Mangel an einer dem allgemeinwohl dienenden Ethik, der sich vor allem durch große Institutionen zieht, zu einem großen Teil auf die mangelhafte Ausbildung angehender Manager zurückzuführen, denn das Studium nahezu frei von Geschichten, dafür umso voller von (oft nur unzureichend übertragbaren) Theorien.

Eine Anreicherung jeglicher Bildung um Geschichten von vorbildlichen und folgenreichen Entscheidungen würde jede Ausbildung und jedes Studium massiv bereichern.
Wer Gefallen an solcher Art von Geschichten findet, dem kann ich das Buch „Auf der Suche nach Spitzenleistungen“ von Tom Peters und Robert Waterman empfehlen, oder auch „Little Big Things“, welches nur von erstgenanntem ist. Ein weiteres Buch mit Erfolgsgeschichten, z.T. sehr ausgefallenen, hat auch Bärbel Mohr mit „Universum und Co.“ geschrieben. Dieses Buch war es auch, was (nicht nur) mich zu meiner Berufung gebracht hat.

In diesem Sinne: viel Spaß beim Lesen und bis demnächst in diesem Theater. 😉

[Nachtrag]: Eine sehr schöne Geschichte wusste kürzlich auch Wolfgang Berger zu berichten.

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Über elassius

Ich bin ein "Endzwanziger" und habe Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin-Potsdam studiert. Die Themen, die mich im Leben besonders beschäftigen, haben stets mit dem "Dazwischen" zu tun, mit dem Erkunden von Grenzen und dem Verbinden von (vermeintlichen) Gegensätzen. In meiner Ausrichtung als Wirtschaftspsychologe spielt zum einen die Morphologische Psychologie eine Rolle, sowie die Systemtheorie. Beide Ansätze führen zu einer Haltung, in der der Berater eher Begleiter als Instrukteur ist - vor allem, weil Letzteres ineffektiv ist. Kernthemen meiner persönlichen Ausrichtung sind v.a. Organisationspsychologie und Führung sowie Coaching. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit allerlei anderen Themen, v.a. Geschichte, asiatische Philosophie und Kriegskunst, Spiritualität, Musik und vielem mehr.
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