Rückkehr

Hallo Reisende, seit Sonntag bin ich wieder in Berlin. Leider. Ich wollte nicht weg. Zunächst hatte ich durchaus den Eindruck, es sei wieder Zeit, zurückzukehren, ich hatte so viele neue Impulse und Erkenntnisse mit nach Hause zu bringen. Nach Hause? Wirklich zu Hause bin ich in Avalon…oder in Cornwall, beides fühlte sich sehr viel mehr nach zu Hause an, als das hier. Das Besondere dort ist, dass ich dort ich selbst sein kann, und hier ist das in vielen Fällen sehr schwer. Am Flughafen, ungefähr eine Stunde, bevor mein Flug ging, überkam mich eine tiefe Traurigkeit darüber, diesen (für mich) heiligen Ort zu verlassen. Ich hatte nicht das Gefühl, langsamer zu gehen, doch überholten mich die meisten Leute auf dem Weg zum Gate und zum Flugzeug. Als wolle sich mein Körper dagegen sträuben, mich von diesem eisernen Vogel zurück in den Käfig tragen zu lassen, den meine mehr oder minder vertraute Heimatstadt und die dortigen sozialen Systeme, in die ich eingebettet bin, darstellen. Soziale Systeme…auch die Gesellschaft, in der ich reiste, war es, die mir ermöglichte, mich zu zeigen, wie ich bin.
Oft liegt es schon am Umfeld, und dass ich gezwungen bin, viel Zeit mit Menschen zu verbringen, für die ich, wenn ich mich authentisch zeige (was ich tue, so gut es geht), sehr fremd und anstrengend bin. Und für mich ist das so oder so anstrengend: entweder halte ich mit einem wesentlichen Teil meiner Seele hinterm Berg, oder ich ecke massiv an. So gesehen, ist das hier ein Ort, an dem ich mich bestenfalls für die geringere Niederlage entscheiden kann. Ein wenig werde ich mich, was meine Branche und den Kontakt mit etwaigen Kunden angeht, damit abfinden müssen.

Doch bei aller Aversion gegen meine aktuelle Situation, weiß ich, dass das, was ich hier tue, richtig und wichtig ist. Und in Bezug auf mein Studium lässt sich sagen, dass ich dies nicht woanders tun kann. Gerade in Glastonbury wurde mir erst richtig bewusst, was ich hier zu tun habe, und warum. Es fühlte sich alles so richtig an, und meine Gedanken und Intuition waren in diesem Punkt (buchstäblich) unheimlich klar.

Somit ist die Trauer über das, was ich in Avalon zurückließ, letztlich nur ein weiterer Prozess, der mich langfristig stärken wird, und einer der vielen Prozesse, die dort angestoßen wurden und die ich immernoch in mir arbeiten fühle. Sieht so aus, als erwartete mich morgen ein 10-stündiger Vorlesungstag. Ich hoffe, ich kann mir meine Gelassenheit von der Reise bewahren, denn dort ist sie mehr als angebracht.

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Über elassius

Ich bin ein "Endzwanziger" und habe Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin-Potsdam studiert. Die Themen, die mich im Leben besonders beschäftigen, haben stets mit dem "Dazwischen" zu tun, mit dem Erkunden von Grenzen und dem Verbinden von (vermeintlichen) Gegensätzen. In meiner Ausrichtung als Wirtschaftspsychologe spielt zum einen die Morphologische Psychologie eine Rolle, sowie die Systemtheorie. Beide Ansätze führen zu einer Haltung, in der der Berater eher Begleiter als Instrukteur ist - vor allem, weil Letzteres ineffektiv ist. Kernthemen meiner persönlichen Ausrichtung sind v.a. Organisationspsychologie und Führung sowie Coaching. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit allerlei anderen Themen, v.a. Geschichte, asiatische Philosophie und Kriegskunst, Spiritualität, Musik und vielem mehr.
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