Britische Kuriositäten (2)

Den englischen Linksverkehr könnte man in Abgrenzung zum ansonsten fast weltweiten Rechtsverkehrt auch als Kuriosität anführen, aber hier spielt noch mit rein, dass dieses System einfach schwer zu ändern ist, während es kein Problem wäre, Waschbecken und Türen so zu bauen, dass sie für den alltäglichen Gebrauch bequemer zu handhaben sind. Es ist, als hätte sich dieser Brauch in einige Dinge eingeschlichen, weil jemand nicht aufgepasst hat, und nun wird die alltägliche Umständlichkeit nicht mehr hinterfragt, weil es ja niemand anders kennt.

Merkwürdig sind auch die Straßen in Wales: es gibt Kreuzugen, die quasi Doppelkreuzugen darstellen, wo im Abstand von vielleicht 20 oder 30 Metern zwei Straßen aus der selben Richtung kommen, auf der anderen Seite ist es ähnlich, aber doch wieder etwas anders. Wer das nicht gewöhnt ist, ist ohne Ko-Pilot aufgeschmissen, wie schon mehrere Fahrer feststellten.
In Wales hatte ich ohnehin den Eindruck, die Worte „Stadt“ und „Planung“ gingen von Anfang an getrennte Wege: zumindest die älteren Häuser sind äußerlich alles andere als ansprechend und farblich absolut nicht aufeinander abgestimmt. Es wirkt alles wie chaotisches Flickwerk. Aber damit nicht genug: irgendwo hat all das seine eigene Identität und – interessanterweise – seinen ganz eigenen Charme. Der Poet Dylan Thomas nannte seine Heimatstadt Swansea eine „ugly lovely town“. Er nimmt mir die Worte aus dem Mund. Die neueren Häuser wiederum sind architektonisch mitunter sehr interessant, z.B. Wohnhäuser mit partieller Holzvertäfelung, mit einladendem Interieur, direkt am Hafen und neben den Dühnen, auf denen die Kinder spielen können. Auch einige Museumsgebäude sind sehr schön anzusehen. Alles in allem sind die neueren Häuser in Swansea und vielseitig – solche Gebäude würde ich auch gern in Berlin sehen, dort fehlen sie wirklich.

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Über elassius

Ich bin ein "Endzwanziger" und habe Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin-Potsdam studiert. Die Themen, die mich im Leben besonders beschäftigen, haben stets mit dem "Dazwischen" zu tun, mit dem Erkunden von Grenzen und dem Verbinden von (vermeintlichen) Gegensätzen. In meiner Ausrichtung als Wirtschaftspsychologe spielt zum einen die Morphologische Psychologie eine Rolle, sowie die Systemtheorie. Beide Ansätze führen zu einer Haltung, in der der Berater eher Begleiter als Instrukteur ist - vor allem, weil Letzteres ineffektiv ist. Kernthemen meiner persönlichen Ausrichtung sind v.a. Organisationspsychologie und Führung sowie Coaching. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit allerlei anderen Themen, v.a. Geschichte, asiatische Philosophie und Kriegskunst, Spiritualität, Musik und vielem mehr.
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