Motivation (Einleitung)

Hiermit starte ich also meiner bisher der Prokrastination zum Opfer gefallene Themenreihe „Motivation“ – also fange ich mit einem Link an.

Anlass ist der erste Absatz eines Artikels der Nachrichten-Rubrik von wirtschaftspsychologie-aktuell.de:

Fast 40 Prozent der deutschen Top-Führungskräfte und Vorstände glauben, dass das Engagement der Mitarbeiter wesentlich von ihnen abhängt. Doch das untere und mittlere Management teilt diese Ansicht keineswegs: Nur neun Prozent der Befragten nennen Vorstand und Top-Management als wesentliche Motivatoren.

Da kommen wohl einige „Top-Leute“ in kognitive Dissonanzen.

Vor zwei Tagen habe ich angefangen, Reihnard Sprengers „Mythos Motivation“ zu lesen und bin von seiner Art, die Dinge zu beschreiben, sehr begeistert.

Bereits früher kam ich schon mit seiner Sichtweise unbewusst in Berührung: als ich einen Mitarbeiter eines innovativen Geothermie-Unternehmens aus Berlin interviewte und wir auf das Thema Motivation kamen, sagte er zu mir: „Sie können Ihre Leute nicht motivieren, Sie können nur aufhören, sie zu demotivieren.“ Meine bewundernden Worte, die darauf folgten, strich er selbstgefällig ein – dabei hat er offenbar nur die Philosophie von Reinhard Sprenger in einem Satz zusammengefasst.

Sprenger unterscheidet im wesentlichen Maße zwischen den Worten „Motivation“ als das, was in einer Person selbst vorgeht und „Motivierung“ als Fremdsteuerung, das hinhalten der Möhre vor den Esel.
Seine Beobachtung ist, dass die Anreize, die man anderen setzt, lediglich ein schnell erlischendes Strohfeuer der „Motivation“ entfachen, seien es nun monetäre Anreize, Incentives oder andere Arten des kurzfristigen Aktionismus.

Auf die in seinen Seminaren von Managern oft gestellte Frage „Was kann ich tun, um meine Leute zu motivieren?“ verkniff sich der Autor nach eigener Aussage oft die Gegenfrage „Was habe Sie denn getan, um sie zu demotivieren?“ – und ich stelle mir die Frage, warum man sich in Führungsseminaren eine solche Gegenfrage verkneift. 😉

Dies ersteinmal als Denkansatz, als erstes Gedankenfutter. In den folgenden Teilen dieser Reihe beleuchte ich aus meiner ganz persönlichen Sicht das Thema, angereichert mit allem, was mir momentan oder später zu diesem Thema ein- und zufällt.

In diesem Sinne: viel Spaß beim Lesen, Denken und Umsetzen!

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Über elassius

Ich bin ein "Endzwanziger" und habe Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin-Potsdam studiert. Die Themen, die mich im Leben besonders beschäftigen, haben stets mit dem "Dazwischen" zu tun, mit dem Erkunden von Grenzen und dem Verbinden von (vermeintlichen) Gegensätzen. In meiner Ausrichtung als Wirtschaftspsychologe spielt zum einen die Morphologische Psychologie eine Rolle, sowie die Systemtheorie. Beide Ansätze führen zu einer Haltung, in der der Berater eher Begleiter als Instrukteur ist - vor allem, weil Letzteres ineffektiv ist. Kernthemen meiner persönlichen Ausrichtung sind v.a. Organisationspsychologie und Führung sowie Coaching. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit allerlei anderen Themen, v.a. Geschichte, asiatische Philosophie und Kriegskunst, Spiritualität, Musik und vielem mehr.
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