Ka-Tee zu Guttenplag erteilt sich Absolution

Fefe hat auf folgenden Artikel zum Thema Ex-Doktor von und zum guten Berg in der F.A.Z. verlinkt und ich tue es ihm gleich. Warum? Der Kommentar ist gut geschrieben und die Logik gefällt mir.

Darüber hinaus fällt mir mal wieder auf, wie „gleicher“ manche Leute in unserer Gesellschaft sind als andere. Dieser Mann kann einfach sagen, er hätte nichts gefälscht – und die Sache ist erledigt. Warum zahlt er dann 50.000€ Strafe? Wenn er kein Fehlverhalten begangen hat, besteht dafür keine Notwendigkeit. Warum sieht das Gericht von einer eindringlichen Prüfung ab?

Ähnlich beim Ackermann-Prozess, wo die verurteilten Herren 10% des zu ihnen herübergeschobenen Vermögens „Strafe“ (oder eher: vergünstigten Steuersatz?) zahlen mussten. Besser als Volker Pispers kann ich das nicht kommentieren, also verweise ich auf ihn, wenn jemand mehr darüber wissen will.

Helmut Kohl ist auch ein Paradebeispiel dafür, dass das „Ehrenwort“ bei einer gewissen Prominenz ausreicht, um dem Knast zu entkommen. Ob das bei jemandem, der unter Betrugsverdacht steht, eine adäquate Lösung ist und er die Wahrheit sagen würde, wenn er schoneinmal auf breiter Front betrogen haben sollte, muss jeder für sich entscheiden.
Sehen wir mal von den ganzen Beziehungskisten auf dieser Ebene ab: wenn ein ehemaliger Kanzler eingebuchtet werden soll, steht die Justiz auf dem Prüfstand. Wenn sie ihn trotz Beweisen und ohne wirkliche Gegenargumente laufen lässt, aus welchen Gründen auch immer (z.B. Prestige), weicht das gesamte Rechtssystem auf. Das kommt unserem demaskierten Doktor-Darsteller KTMNJJPFJS zu Schlechtental jetzt zu Gute.

Nicht zu vergessen in dieser glorreichen Riege ist natürlich der Herr Otto Schily (und sicher noch viele seiner Kollegen), der sich einfach weigerte, anzugeben, woher seine Nebeneinkünfte stammen – eine großartige Leistung der Transparenz, erst recht als Bundesinnenminister!
Wenn wir schon so anfangen, möchte ich auch dem Finanzamt keine Rechenschaft schuldig sein. Sollen sie mich in Ruhe lassen! Mit dem „Berater-Honorar“ eines Otto-Schily kann ich eh nicht mithalten, wozu braucht das Finanzamt denn mich, wenn es noch nichteinmal die Spitzenverdiener will?

Aber gut, mit dreckigen Händen kann man nur schwer saubere Geschäfte machen…
Ich bin dafür, dass wir den Kategorischen Imperativ mit der Messlatte an unseren Staatsführungsmarionetten als Rechtsgrundlage festlegen. Das würde auch unsere festgefahrenen Regelungen ein wenig aufweichen.

Erstaunlicher jedoch als unser „Eigentlich“-Rechtssystem, dessen Gesetze für ehemalige Bundesschwatzabgeordnete offenbar so dehnbar wie Dichtungsgummi sind, finde ich etwas anderes: dass sich unser Volk das bieten lässt. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das auf die mediale Ablenkung zurückzuführen ist, doch mein Gefühl sagt mir, dass das sehr stark der Fall ist. Die mediale Ablenkung rettete sicher schon einigen Politiker-Darstellern den Job oder das Gesicht, vielleicht sogar ganzen Regierungen. Ich wage gar nicht zu vermuten, mit wieviel russischem Know-How in Sachen Psychotronik (siehe Link im vorherigen Beitrag) sie die Menschen hier zuballern müssen, damit die auch ja nicht auf die Barrikaden gehen.

Ehrlicherweise traue ich unserem Volk die erforderliche Ignoranz auch ohne subliminare Beeinflussung zu – Rebellion schön und gut, aber doch nicht, wenn gerade „How I met your Mother“ läuft!
Ebenso, wie das Recht auf Fernsehen gesetzlich für Hartz-IV-Empfänger gewährleistet wird, war der Besuch des Kolosseums für die römischen Bürger kostenlos – Brot und Spiele eben. Paralleln sind natürlich rein zufällig.

Wie dem auch sei, die Frage, ob unein- sowie undurchsichtige „Betrugsverdächtige“ geeignete Politiker für unser Land sind, lässt sich ganz leicht beantworten, indem man beobachtet, wie die Öffentlichkeit reagiert. Wer das mit sich machen lässt, hat nichts anderes verdient.

Vielleicht sollte ich mich auch einfach zurücklehnen: da Politiker eh nur Marionetten sind, können wir die Jungs und Mädels einfach machen zu lassen, während sie für Ihre Herren schuften. 😛

Denkt an mich, wenn Ihr das nächste Mal (Privat-)Fernsehen schaut. 😉

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Über elassius

Ich bin ein "Endzwanziger" und habe Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin-Potsdam studiert. Die Themen, die mich im Leben besonders beschäftigen, haben stets mit dem "Dazwischen" zu tun, mit dem Erkunden von Grenzen und dem Verbinden von (vermeintlichen) Gegensätzen. In meiner Ausrichtung als Wirtschaftspsychologe spielt zum einen die Morphologische Psychologie eine Rolle, sowie die Systemtheorie. Beide Ansätze führen zu einer Haltung, in der der Berater eher Begleiter als Instrukteur ist - vor allem, weil Letzteres ineffektiv ist. Kernthemen meiner persönlichen Ausrichtung sind v.a. Organisationspsychologie und Führung sowie Coaching. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit allerlei anderen Themen, v.a. Geschichte, asiatische Philosophie und Kriegskunst, Spiritualität, Musik und vielem mehr.
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Eine Antwort zu Ka-Tee zu Guttenplag erteilt sich Absolution

  1. Tjeika schreibt:

    Ich müsste mich selbst anzeigen, wenn ich schriebe, was mir dazu alles einfällt…

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