Wie wird man Wirtschaftspsychologe?

Oder auch: *o_Ó*

Besser kann ich den verbreiteten Ausdruck nicht beschreiben, der die meisten Gesichter meiner Gesprächspartner verziert, sobald ich ihnen auf die Frage nach meinem Studienfach antworte.

Die Antwort auf obige Frage indes wäre mit „man studiert Wirtschaftspsychologie“ zu beantworten. Doch wie kommt man dazu?

Darauf gibt es verschiedene Antworten, und mein Weg war sicher alles andere als konventionell:

Man lese mit 18 ein Buch von Bärbel Mohr, in welchem ein gewisser Prof.Dr.Dr. Wolfgang Berger mit seinem Konzept des „Business Reframing“ vorgestellt wird. Diese beiden Worte stehen für das Konzept einer ganzheitlichen Unternehmensberatung, deren Ziel es ist, dass alle Beteiligten in einem Unternehmen sich mit einem Ziel identifizieren – und sehr vieles mehr (siehe Link).
Als nächstes ist man äußerst begeistert davon, da sich das Konzept wunderbar mit den eigenen, höheren Idealen paart.

Um die Sache nicht zu einfach zu gestalten, hat man noch ein Steckenpferd für Musik, will dort beruflich tätig werden und hat außerdem viele andere Interessen und Talente, sowie wenig Klarheit und Orientierung. Wenn man dann noch einen nicht zu anspruchsvollen Job, Ausbildungen in NLP und Hypnose sowie aufgrund einer Fachhochschulreife mit der Note 2,2 einige verschlossene Türen (zu vielen Irrwegen) hat, muss man nur noch den Spaß an der Musik durch das viele mechanische Üben verlieren, rechtzeitig loslassen und sich auf die eigenen Stärken im psychologischen, analytischen, menschlichen und organisatorisch-administrativem Bereich entdecken.
Als nächstes finde man die perfekte Hochschule, die das Fach „Wirtschaftspsychologie“ anbietet, bei dessen erstmaligem hören die innere Stimme ein deutliches „JA“ von sich gibt.

Voila: fertig ist der WiPsy-Student!

Man kann die Sache auch anders angehen: wir sehen allerorts, dass die meisten gängigen Modelle der Unternehmenskultur ausgedient haben; dass viele Fehler im herrschenden System stecken, wenngleich die ursprüngliche Vision von höchsten Zielen geleitet zu sein vermag.
Die Politik ist machtlos. Auch das Volk ist machtlos. Die Macht liegt bei den Unternehmen, liegt in den Unternehmen. Dort erreichen wir die meisten Menschen, erreichen bei ihnen am meisten. Im Unternehmen findet unser Alltag statt, wir verbringen dort sehr viel von unserer Lebenszeit.

Herrscht in den Unternehmen eine Kultur gegenseitigen Respekts, der Achtung und des gemeinsamen Schaffens, überträgt sich das auf unser Privatleben und auch auf jene, die mit uns zu tun haben. Ganz nebenbei steigern wir den Erfolg in einer Form, von der McKinsey und Co. nur träumen können.

Hier die nötigen Impulse zu setzen, ist das Beste und Größte, was ich mit meinen Talenten und Neigungen, sowie mit meiner Leidenschaft zu vollbringen vermag.

Deshalb werde ich Wirtschaftspsychologe!

Advertisements

Über elassius

Ich bin ein "Endzwanziger" und habe Wirtschaftspsychologie an der Business School Berlin-Potsdam studiert. Die Themen, die mich im Leben besonders beschäftigen, haben stets mit dem "Dazwischen" zu tun, mit dem Erkunden von Grenzen und dem Verbinden von (vermeintlichen) Gegensätzen. In meiner Ausrichtung als Wirtschaftspsychologe spielt zum einen die Morphologische Psychologie eine Rolle, sowie die Systemtheorie. Beide Ansätze führen zu einer Haltung, in der der Berater eher Begleiter als Instrukteur ist - vor allem, weil Letzteres ineffektiv ist. Kernthemen meiner persönlichen Ausrichtung sind v.a. Organisationspsychologie und Führung sowie Coaching. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit allerlei anderen Themen, v.a. Geschichte, asiatische Philosophie und Kriegskunst, Spiritualität, Musik und vielem mehr.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Karriere, Wirtschaftspsychologie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Wie wird man Wirtschaftspsychologe?

  1. Elvira schreibt:

    Diesen Gesichtsausdruck kenne ich. Mein Sohn studierte Regionalwissenschaften. Irgendwann sah er sich genötigt, eine Erklärung in seinem Blog abzugeben http://dervolckmann.wordpress.com/2010/04/10/ein-regionalwissenschaftler/
    Leider bin ich immer noch nicht in der Lage diesen Studiengang mit meinen eigenen Worten zu erklären. Aber das muss ich GsD auch nicht mehr, weil er jetzt Geographie an der HU studiert – das hat keinen Erklärungsbedarf.
    Freundliche Grüße,
    Elvira

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s